Ein Weg zu innerer Stärke: das grundlegende Gutsein sehen und kommunizieren

Am Beginn unseres Yoga oder Meditationsweges sind Neugier und Wissensdurst ganz besonders groß. Was gibt es noch in mir, was über meinen Körper und meine Alltagsgedanken und -grübeleien hinaus geht? Was kann mir einen inneren Anker an Stärke, Vertrauen, Gelassenheit und Einsicht schenken?

Wenn wir von dem „grundlegenden Gutsein“ in jedem Menschen hören ist das zunächst eine faszinierende Einsicht, die manche vielleicht sogar intuitiv schon in ihrem Leben vertreten. Zu Beginn ist sie jedoch wie ein kleines, zartes Pflänzchen: Stürme, Unwetter oder Dürre können es leicht entwurzeln oder verdorren lassen. Auf unser Leben übertragen können das Menschen in unserem Umfeld sein, die unsere Werte nicht teilen, die unfreundlich, ungeduldig oder aufbrausend sind. Die sogenannten Alpha Persönlichkeiten, die Härte und Ruppigkeit oder einfach Ignoranz über Freundlichkeit, Flexibilität oder Hilfsbereitschaft stellen.

Mit der Zeit lernen wir durch eine kontinuierliche Übungspraxis, Studium und Achtsamkeit dieses grundlegende Gutsein als unumstößlichen Teil von uns wahrzunehmen. Das verletztliche Pflänzlein beginnt tiefe und stabile Wurzeln in uns geschlagen. Es wird nicht mehr umgeweht, sondern beginnt zu wachsen und zwar in alle Richtungen und übertragen auf unseren Alltag:  in alle Bereiche unseres Lebens hinein.

Indem wir uns täglich Zeit nehmen, still und achtsam zu sein, z.B. in der Meditation, nähren und stärken wir diesen würdevollen Aspekt von uns. Wir lernen ihm zu vertrauen und lernen ihn besser kennen. Wir erleben, dass wir von allein mehr Freundlichkeit und Akzeptanz für uns selbst und andere Menschen entwickeln können, geduldig und offen sein können, was wiederum uns und unsere Beziehungen verändern und verbessern kann.

Das innere Gutsein steht für die natürliche Gesundheit, Kraft und Offenheit unseres Herzgeistes, von Bhodicitta. Gerade wenn wir unsere eigenen Grenzen der Ungeduld, der Wut, der Enttäuschund oder des Unverstehens stoßen, können wir innehalten und uns auf die Aspekte unseres inneren Gutseins besinnen:

• höre Dir selbst und anderen mit Geduld, Interesse und offenem Herzen zu

• helfe, wo Hilfe benötigt wird

• verzeihe denen, die Dich mit Mißachtung oder Ungerechtigkeit behandeln, aber bringe mit Klarheit die Werte von Toleranz, Fairness und Wertschätzung zum Ausdruck

• bleibe Deinen inneren Werten beharrlich und beherzt verbunden: dem universellen Band der Gemeinsamkeit von Menschen und Lebewesen über alle Unterschiede hinaus, der Liebe und dem Recht auf Freude, individuelle Entfaltung und Wohlergehen.

Kommuniziere diese Werte an Deinem Arbeitsplatz, in Deiner Familie in Deinem Freundeskreis und natürlich in Kommunikation mit Dir selbst.

Das innere Gutsein liegt jedem Menschen zugrunde. Wir haben das große Glück dieses Wissen zu hören und wieder daran erinnert zu werden, dass wir dies in uns tragen. Es ist ein kostbarer Schatz, der immateriell ist, aber dennoch das höchste Gut, um diese Welt zu schützen und zu einem lebenswerten Ort für alle Lebewesen zu machen.